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Kostenreduktion bei Frästeilen

Welche Kosten entstehen beim Fräsen?

Die Kosten für ein Frästeil setzen sich zusammen aus den Planungskosten, den Materialkosten und den Kosten für die Bearbeitung. Somit ergeben sich verschiedene Maßnahmen, mit welchen die Kosten reduziert werden können. Dabei sollte immer die Funktion des Bauteils im Blick behalten werden, jedoch kritisch geprüft werden, welche Anforderungen erfüllt werden müssen und welche nicht zur Funktionserfüllung benötigt werden. Dies gilt insbesondere für enge Toleranzen, Freiformflächen und Geometrien, die viele Werkzeugwechsel oder ein Umspannen erfordern. 

Durch die Auswahl eines günstigen Werkstoffes lässt sich einfach und direkt der Preis für das Frästeil reduzieren. Weiterführende Informationen zu unterschiedlichen Werkstoffen bei der Fräsbearbeitung gibt es im Werkstoffkapitel. Zudem können für bestimmte Werkstoffe unter Umständen günstigere Werkzeuge eingesetzt werden, was zusätzliches Kostenpotential mit sich bringt. Näheres zum Aufbau und der Beschaffenheit von Fräswerkzeugen findet sich im entsprechenden Abschnitt. 

Betrachtet man den Fräsprozess selbst, ist die Fertigungsdauer der zentrale Kostentreiber. Hier gilt es durch eine durchdachte Konstruktion die Bearbeitungszeit so gering wie möglich zu halten. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit hängt stark vom zu bearbeitenden Werkstoff, bzw. dessen Härte ab. Zudem können einige Werkstoffe trocken bearbeitet (es Bedarf keines Kühlschmiermittels während der Bearbeitung) und somit weitere Kosten gespart werden. Einen großen Einfluss auf die Kosten des Frästeils haben die gewünschte Oberflächengüte und die gewünschten Toleranzen (s. Kapitel Frästeilqualität). Ist es hier möglich Abstriche zu machen, oder nur bestimmte Funktionsflächen eng zu tolerieren, ist großes Einsparpotential möglich. Hier sollte vereinfacht „so gut wie nötig, nicht so gut wie möglich“ gelten. Je enger die Toleranz umso geringer ist das abgetragene Volumen je Zeiteinheit. Hier sollte jedoch berücksichtigt werden, dass mittels Fräsen auch nachfolgende Bearbeitungsschritte, wie z.B. Schleifen eingespart werden können, wenn bereits die benötigte Oberflächengüte erzielt werden kann. 

Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung der Bauteilkosten ist, die Anzahl der manuellen Eingriffe zu minimieren. Das bedeutet konkret, die Anzahl der Spannvorgänge auf ein Minimum zu reduzieren. Gleiches gilt für Werkzeugwechsel, da hier ebenfalls die Bearbeitung pausieren muss. Lassen sich also viele Radien vereinheitlichen, kann auch hier die Bearbeitungszeit reduziert werden, und somit Kosten eingespart werden. 

Kosteneinsparung bei Frästeilen im Einkauf

Neben den konstruktiven und entwicklungstechnischen Maßnahmen (siehe oben), besteht der größere Hebel zur Kosteneinsparung allerdings im Einkauf der Teile selber. Hierfür sind drei besonders wichtige Plaungsrandbedingungen zu erfüllen:

  • Übersichtlichkeit, Korrektheit und Angemessenheit der Konstruktion: Sollte die Konstruktion des Frästeils Fehler aufweisen, nicht fertigbar sein oder unangemesse Spezifikationen aufweisen, kann das für den Fertiger als Zeichen der mangelnden Kompetenz oder überzogener Forderungen angesehen werden. Beides resultiert in Preisaufschlägen oder direkter Absagen, da eine “schlechte Konstruktion schon auf ein schlechtes Projekt schließen lässt”.
  • Transparenz im Einkaufsprozess: Oftmals gehen in die manuelle Angebotskalkulation “Unsicherheitsfaktoren” mit ein, die vom Fertigungsbetrieb für Unwegbarkeiten vorgesehen werden. Die kann vermeintliche Kleinigkeiten (Verpackung, Versandanforderungen) oder auch unkommunizierte technsische Anforderungen oder unbekannte “Branchennormen” sein. Je klarer bezispielsweise über klare Spezifikationen und Anforderungslisten diese Themen kommuniziert werden, desto eher können solche Unwegbarkeiten auch in der Kalkulation aus dem Weg geräumt werden. Wo keine speziellen Anforderungen bestehen, sollte man dem Lieferanten auch die Möglichkeit überlassen die Anwicklung nach eigenem Prozedere zu bewerkstelligen.
  • Preisvergleich und Sourcing: Der größte Hebel in der Preisgestaltung liegt im Einkauf der Teile. Leider bringt es aber nichts, bei geringen Stückzahlen eine unendlich große Anzahl von Fertigungsunternehmen anzufragen. Gerade Prototypen und Kleinserien sind für die meisten Fertigungsunternehmen irrelevant, da sie eine geringe Abschlusswahrscheinlichkeit und einen hohen Kommunikationsaufwand in Relation zum Umsatz haben. Für solche Fälle kann sich die Nutzung von Online-Fertiger, die transparent günstige Preise auch für Klein(st)serien von Frästeilen bieten
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